Zum Inhalt springenZur Suche springen

TB & Tobacco

TOBACCO CESSATION WITHIN TB PROGRAMMES: A 'REAL WORLD' SOLUTION FOR COUNTRIES WITH DUAL BURDEN OF DISEASE

 

Worum geht es in Ihrem Projekt und was sind die Forschungsziele?
Tabakrauchen und Tuberkulose sind zwei einander verstärkende Bedrohungen für die Gesundheit der Menschen in vielen ärmeren Ländern der Welt. Tabakentwöhnung ist ein wichtiger Baustein bei der Behandlung von Menschen, die an Tuberkulose erkrankt sind. Im Kern ging es bei unserem TB & Tobacco-Projekt um eine Placebo-kontrollierte Studie mit 2.472 Patient*innen, in der die Effektivität und Sicherheit eines Wirkstoffs zur Tabakentwöhnung (Cytisin), in Kombination mit Kurzberatung, im Kontext nationaler Tuberkuloseprogramme in Pakistan und Bangladesch untersucht wurde. Eines der weiteren Ziele betraf eine Prozessevaluation dieser Studie, die wir von unserem Institut für Allgemeinmedizin der HHU aus geleitet haben. Die Hauptergebnisse der Studie wurden in Lancet Global Health publiziert (https://doi.org/10.1016/S2214-109X(20)30312-0)

Wie ist die Projektidee entstanden?
Die ursprüngliche Idee wurde von dem späteren Projektleiter der University of York (UK), Prof. Kamran Siddiqi, an mich herangetragen. Er kommt selber aus Pakistan und hatte dort bereits eine andere Studie zur Tabakentwöhnung durchgeführt. Ich habe dann dabei geholfen, die Idee zusammen mit anderen europäischen Partnern zu einem Antrag auszuarbeiten. Das reizvolle bestand einerseits darin, einen Wirkstoff zu untersuchen, der wegen der geringen Kosten potentiell vielen Raucher*innen in ärmeren Ländern den Ausstieg aus der Tabaksucht erleichtern und deren Gesundheit verbessern könnte. Andererseits wurde die Studie angelegt, um das neue Tabakentwöhnungsprogramm dauerhaft in die nationalen Tuberkuloseprogramme zu integrieren.

Wieso haben Sie sich für die EU-Forschungsförderung entschieden?
Ohne eine EU-Forschungsförderung wäre die Kooperation in einem derartigen Projekt nicht möglich. Unser Projekt war wissenschaftlich sehr interessant und aus gesundheitspolitischer Sicht hoch relevant. Darüber hinaus bietet die Zusammenarbeit mit Spitzenforschergruppen aus dem europäischen Ausland viele Möglichkeiten der Kompetenzentwicklung und Vernetzung, auch für zukünftige internationale Kooperationen.

Was raten Sie Forschenden, die sich für eine EU-Forschungsförderung interessieren?
Ein EU-Projekt selber zu leiten ist eine große Herausforderung, vor allem was die technische und finanzielle Administration anbelangt. Daher ist es sinnvoll, sich anfänglich als Partner mit einem überschaubaren Arbeitspaket in einem Verbund zu engagieren. Man sollte sich davon überzeugen, dass die Projektleitung die nötigen Kompetenzen und den Elan besitzt, ein EU-Projekt erfolgreich zu koordinieren.


Laufzeit 1. November 2015 bis 31. Oktober 2019
Fördersumme HHU EUR 202.382
Fördersumme Gesamt EUR 2.999.828
H2020-HCO-2015 (Global Alliance for Chronic Diseases; RIA - Research and Innovation action)  

Verantwortlichkeit: