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NOTRE

NETWORK FOR SOCIAL COMPUTING RESEARCH

 

Worum geht es in Ihrem Projekt und was sind die (Forschungs-)Ziele?
Das Projekt NOTRE (Network For Social Computing Research) wurde für insgesamt drei Jahre (Januar 2016 bis Ende 2018) durch die Horizon 2020-Programmlinie „Twinning“ gefördert. Ziel dieser Förderlinie war es, Forschungsstandorte mit einem besonderen Entwicklungsbedarf in „low performing countries“ wie beispielsweise Zypern dabei zu unterstützen, durch den Austausch und die Kooperation mit Partnern von bereits etablierten Standorten Forschungskapazitäten aufzubauen und neue Programme und Förderanträge zu entwickeln.
Ziel von NOTRE war es vor diesem Hintergrund, das Forschungs- und Innovationspotenzial im Bereich Social Computing in der EU insgesamt zu steigern und insbesondere der Cyprus University of Technology zu helfen, in diesem Sektor nachhaltige Kapazitäten für exzellente Forschung aufzubauen. In dem Netzwerkprojekt ging es auch darum, die Perspektiven anderer Disziplinen und Forschungskulturen kennenzulernen und dauerhafte Kontakte zwischen den beteiligten Einrichtungen aus Spanien, der Schweiz, Griechenland, Zypern und Deutschland zu etablieren. Unser Team aus Düsseldorf brachte dabei seine sozialwissenschaftliche Expertise zur Nutzung und Wirkung von digitalen Medien im politischen Bereich in das eher technisch geprägte Konsortium ein.
Durch regelmäßige Netzwerktreffen mit allen beteiligten Partneruniversitäten, durch gemeinsame Summer Schools und Workshops konnte an allen Standorten die wissenschaftliche Expertise im Bereich Social Computing gesteigert und konnten die Forschungsprofile der Einrichtungen geschärft werden. Als Ergebnis der Netzwerkarbeit wurden neue, standortübergreifende Forschungsprojekte entwickelt und gemeinsame Publikationen veröffentlicht.

Wie ist die Projektidee entstanden?
Über gemeinsame Projekte und Netzwerkarbeit im Bereich der Forschung zu „Voting Advice Applications“ (wie dem Wahl-O-Mat) gab es bereits intensive Kontakte von meinem Team und mir zu Forschenden in Zypern. Darüber hinaus hatte das Team des Lehrstuhls bereits in anderen Kontexten fruchtbare Erfahrungen in der interdisziplinären Arbeit insbesondere an der Schnittstelle zwischen den Sozialwissenschaften und der Informatik gemacht. Daher erschien es für uns naheliegend und reizvoll, unseren Austausch in diesem Bereich noch stärker europäisch bzw. international aufzustellen und in das Netzwerk unsere politik- bzw. sozialwissenschaftliche Perspektive als Ergänzung zur Expertise der anderen Projektpartner einzubringen, die eher ingenieur- und computerwissenschaftlich aufgestellt sind.

Wieso haben Sie sich für die EU-Forschungsförderung entschieden?
EU-Forschungsförderungen bieten für Forschende großartige Chancen und Möglichkeiten auf mehreren Ebenen: Zum einen erlauben sie den Austausch und die Kooperation mit exzellenten Forschenden und Forschungsnetzwerken in ganz Europa und bringen so neue Impulse und Ideen für die eigene wissenschaftliche Arbeit. Zum anderen ist es nicht nur für uns als Forschende, sondern als EU-Bürger*innen generell spannend und gewinnbringend, andere Forschungs- und Arbeitskulturen und Perspektiven kennenzulernen, „Europa“ besser zu verstehen und die europäische Integration auch auf dieser Ebene voranzutreiben.

Was raten Sie Forschenden, die sich für eine EU-Forschungsförderung interessieren?
Die Antragsverfahren für eine EU-Forschungsförderung sind sehr aufwändig, da in der Regel mehrere Projektpartner aus verschiedenen Ländern mit unterschiedlichen Forschungskulturen und Routinen zusammenarbeiten und sich abstimmen müssen. Eine frühzeitige Planung und eine sehr gute, zentrale Projektkoordination sind daher unerlässlich. Man kann viel von Kollegen/innen lernen, die bereits Erfahrungen mit EU-Forschungsförderungen haben. Und es empfiehlt sich natürlich, die Informationsangebote der EU und unsere HHU-internen Plattformen zu nutzen. Zudem sollte man idealerweise schon vor dem eigentlichen Antragsverfahren intensive Kontakte zu anderen Forschungsstandorten in der EU haben. Das erleichtert die Zusammenstellung des Konsortiums. Vieles hängt von den Partnern, ihren Kapazitäten, aber vor allem von ihrem Commitment ab. Letzten Endes sind die konkreten Personen vor Ort entscheidend, die bereit sind sich einzubringen. Ansonsten kann ich nur sagen: Allein die Zusammenarbeit durch eine gemeinsame Antragstellung führt zu vielen Lerneffekten und spannenden Einblicken!


Laufzeit 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2018
Fördersumme HHU EUR 135.000
Fördersumme Gesamt EUR 1.000.000
Förderprogramm CSA - Coordination and support action

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  • Prof. Dr. Stefan Marschall
  • Lehrstuhl für Politikwissenschaft II; Prorektor für Internationales und Wissenschaftskommunivkation
  • +49 211 81-14689
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