Zum Inhalt springenProjektleitung HHU

moreSense (StG)

THE MOTOR REPRESENTATION OF SENSORY EXPERIENCE

 

Worum geht es in Ihrem Projekt und was sind die Forschungsziele?
Mein ERC Projekt widmet sich der Wahrnehmung von Raum und Zeit. Dabei untersuche ich insbesondere die Rolle der Motorik. Es ist bis heute unklar wie das Gehirn Raum und Zeit interpretiert. Neurone Karten im Gehirn, die motorische Prozesse steuern, könnten zur Wahrnehmung von Raum und Zeit beitragen, da sie eine akkurate Repräsentation der Umwelt - in räumlicher und zeitlicher Hinsicht - besitzen. Um diesen Fragestellungen nachzugehen, werden moderne Möglichkeiten der virtuellen Realität genutzt. In Experimenten wird der Zusammenhang zwischen Handlungen und deren sensorischen Konsequenzen künstlich verzerrt. Wenn solche Verzerrungen systematisch auftreten, wird das Gehirn versuchen diese auszugleichen, indem es die Handlungen anpasst. Diese Adaptation kann dann Aufschluss darüber geben, ob motorische Prozesse die Wahrnehmung strukturieren.

Wie ist die Projektidee entstanden?
Die Projektidee entstand zusammen mit der rasanten Entwicklung im Bereich der virtuellen Realität. Deren Möglichkeiten erlauben es, den Zusammenhang zwischen Handlungen und deren Konsequenzen in Echtzeit zu verzerren.

Warum haben Sie sich für einen ERC-Antrag entschieden und warum zu diesem Zeitpunkt?
Die Einwerbung von Drittmitteln wird für die Karrieregestaltung junger Wissenschaftler*innen immer wichtiger. Die ERC - Förderung (in meinem Fall ein starting grant) sticht dabei durch den finanziellen Umfang heraus. Hinzu kommt, dass ERC-Projekte explizit eine Einzelförderung darstellen. Dadurch wird aufstrebenden Wissenschaftler*innen die Möglichkeit gegeben, ihre eigenen Ideen zu verwirklichen, ohne die Planung der Forschung an aufnehmende Institutionen anpassen zu müssen. Die ERC-Förderung stellt damit einer der hilfreichsten Möglichkeiten der Drittmitteleinwerbung dar.

Was raten Sie Forschenden, die sich für eine EU-Forschungsförderung interessieren?
Natürlich bringen die enormen Vorteile der ERC-Förderung den Nachteil mit sich, dass sie heiß umworben sind. Antragstellende müssen daher nicht nur durch die Konzeption ihres Antrages, sondern auch durch ihren wissenschaftlichen Lebenslauf hervorstechen. Der starting grant und der consolidator grant können innerhalb einer gewissen Frist nach Beendigung der Promotion beantragt werden (maximal 7 und 12 Jahre danach). Es empfiehlt sich, die Antragstellung nicht zu früh innerhalb dieser Frist zu beginnen. Die Publikationsliste wird bei späterem Einreichen des Antrages länger sein, was im Vergleich zu einer besseren Einschätzung des/der jeweiligen Wissenschaftler*in führen wird. Besonders hilfreich ist es, Veröffentlichungen aufführen zu können, die beweisen, dass Projekte in eigener Regie durchgeführt wurden. Solche Veröffentlichungen legen nahe, dass auch die Durchführung eines ERC-Projektes durch den/die antragstellende*n Wissenschaftler*in geleistet werden kann. Zur Planung eines ERC-Projektes sollten Antragstellende sich eine Idee heraussuchen, die verspricht, zu bahnbrechenden Ergebnissen zu führen. Ideal ist es, wenn zu dieser Idee auch eine neue Methode genannt werden kann, anhand derer diese Idee dann untersucht werden kann. Daraufhin sollte der Antragstellende darstellen, warum er/sie der/die genau richtige Kandidat*in ist, diese Fragestellung zu untersuchen. Das kann meistens durch veröffentlichte Vorarbeiten des/der Kandidaten/Kandidatin geleistet werden. Wichtig ist dabei, dass die Projektidee nicht einfach nur eine Weiterentwicklung bereits publizierter Ergebnisse ist, sondern einen großen Schritt in eine neue Problematik darstellt. Jedoch sollte dieser Schritt auch nicht so groß sein, dass unklar bleibt, warum dieses jeweilige Projekt von dem/der entsprechenden Kandidaten/Kandidatin behandelt werden sollte.


Laufzeit 1. April 2018 bis 31. März 2023
Fördersumme HHU EUR 1.494.058,75
Fördersumme Gesamt EUR 1.494.058,75
Förderprogramm Excellent Science - European Research Council - Starting Grant (ERC-STG)

Projektleitung HHU

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  • Prof. Dr. Eckart Zimmermann
  • Arbeitsgruppe Wahrnehmungspsychologie
  • +49 211 81-13496
Verantwortlichkeit: