Jump to contentJump to search

Picaso

A PERSONALISED INTEGRATED CARE APPROACH FOR SERVICE ORGANISATIONS AND CARE MODELS FOR PATIENTS WITH MULTI-MORBIDITY AND CHRONIC CONDITIONS

 

Worum geht es in Ihrem Projekt und was sind die Forschungsziele?
Für ein modernes, effizientes Management von Patienten mit Multimorbiditäten ist eine sektorübergreifende Koordination von Behandlungsplänen von herausragender Bedeutung. Dies inkludiert auch Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA), der häufigsten entzündlich-rheumatischen Erkrankung. Eine Orchestrierung der an verschiedenen Stellen über einen Patienten verfügbaren Informationen ist relevant, um eine effektive Datennutzung, sinnvolle Managementprozesse, Vermeidung redundanter Diagnostik und Kosteneffizienz zu gewährleisten. Das Ziel des PICASO-Projekts (www.picaso-project.eu) war es daher, eine Informations- und Kommunikationsplattform zu entwickeln, die die Orchestrierung von Patientendaten entlang ihres Versorgungskontinuums bestehend aus Krankenhäusern, Ambulanzen, Praxen, nicht-ärztlichen Gesundheitsdienstleistern bis zum häuslichen Patienten-Monitoring unterstützt und zur Risikoreduktion beiträgt. Eine bessere Vernetzung und die Einbindung von Patienten, niedergelassenen Ärzten und Klinikärzten kommen der Versorgung aber auch der klinischen Forschung zu Gute. Unsere Plattform wurde beispielhaft für RA-Patienten entwickelt, eignet sich aber auch für eine Anwendbarkeit bei anderen chronischen Krankheiten und besitzt disruptives Potenzial, da die etablierten Lösungsansätze essentiell für die Optimierung der Versorgungssituation chronisch Kranker in Europa sind.

Wie ist die Projektidee entstanden?
Einige Konsortialpartner hatten bereits vor der Initiierung des PICASO-Konsortiums andere wissenschaftliche Kooperationen. Der Ausschreibungstext des IT Calls definierte das Thema des von der IT-Kerngruppe des PICASO-Konsortiums vorangetriebenen Forschungsvorhabens.
Das Konsortium bestand aus neun internationalen Konsortialpartnern aus der Forschung und IT-Wirtschaft. Die Anfrage zu unserer Konsortialteilnahme kam vom Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST in Dortmund, mit dem uns langjährige Kooperationen zum Thema Digitale Medizin verbinden. Gesucht waren klinische Partner, denn die zu entwickelnde Plattform sollte im Rahmen einer Proof-of-Concept Studie evaluiert werden. Die Zusage zur Kollaboration war eine logische Fortführung unserer Forschungsarbeiten zur digitalen Rheumatologie. Durch unsere Expertise konnten wir die Projektidee wesentlich mitgestalten und mit dem ‚Clinical Manager‘ (Prof. Dr. J. Richter) im Konsortium auch eine leitende Position besetzten.

Wieso haben Sie sich für die EU-Forschungsförderung entschieden?
Die Europäische Horizon2020-Förderung bot exzellente Möglichkeiten, auf internationaler Ebene zum Thema Digitale Medizin mit führenden Forschungseinrichtungen in Europa zu kooperieren und uns zu vernetzen. Durch die Kollaboration mit Wissenschaftlern sehr unterschiedlicher Forschungsbereiche (Informationstechnologie, Medizin, Jura) und vieler Nationalitäten wurden unser Horizont erweitert und die Forschungsthemen geschärft. Ferner erzeugt der Austausch mit anderen Wissenschaftlern wichtige neue Impulse und Aspekte, vermehrt das Wissen auch außerhalb der eigenen Kernkompetenz und führt zu einer umfangreicheren Expertise.
Durch die konstruktive Atmosphäre im PICASO-Projekt ergaben sich auch für die Zukunft neue Möglichkeiten der Kooperationen mit den Konsortialpartnern und deren Forschungspartnern. So ermöglichen die gewonnenen Kooperationen und entwickelten neuen Tools und Services Anschlussprojekte zur Etablierung und Optimierung einer modernen medizinischen Versorgungslandschaft, u.a. auch mit Unternehmen aus der Industrie.
Darüber hinaus sind Projekte im Rahmen der EU-Forschungsförderung für die Reputation und Sichtbarkeit der Klinik von hoher Relevanz und haben einen direkten Einfluss auf die individuellen wissenschaftlichen Karrieren akademischer Forscher.

Was raten Sie Forschenden, die sich für eine EU-Forschungsförderung interessieren?
Die Konkurrenz für EU Forschungsförderungen ist sehr groß und die Begutachtung durch die Reviewer sowohl in der Antragsphase wie im laufenden Projekt sehr genau und detailliert. Das einzureichende Forschungsvorhaben muss daher nicht nur passgenau auf die Ausschreibung ausgerichtet sein, es muss vor allem in sich stimmig und sehr detailliert geplant sein. Kooperationspartner und Mitarbeiter sowie ihr zu erwartendes Engagement sollten frühzeitig geprüft bzw. hinterfragt und mit Bedacht ausgesucht werden, da die Projekte hohe Teambereitschaft erfordern. Der administrative Aufwand ist auch während des Projektes hoch und sollte daher bereits bei der Antragsstellung und (Finanz-)Planung berücksichtigt werden. Für suffiziente Kostenkalkulationen ist bereits in der Antragsphase eine frühzeitige Einbindung der Hochschule, z.B. mit dem Forschungsmanagement des Medizinischen Dekanats essentiell.


Laufzeit 1. Februar 2016 bis 30. Juni 2019
Fördersumme HHU EUR 794.875
Fördersumme Gesamt EUR 4.999.992,50
Förderprogramm RIA - Research and Innovation action

Responsible for the content: